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Mayen-Koblenz
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Auch Männer Opfer häuslicher Gewalt

Opfer von Straftaten fühlen sich oft durch die Ausnahmesituation, in die sie geraten sind, überfordert. Hier hilft der WEISSE RING

Die 16 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Außenstelle Mayen-Koblenz unterstützen die Opfer auf vielfältige Weise. Zunächst einmal ist die menschliche Hilfe zu nennen. Dies bedeutet, für die Betroffenen ein offenes Ohr zu haben, zuzuhören und herauszuarbeiten, auf welchem Wege dem betroffenen Menschen am besten weitergeholfen werden kann. Die Opferhelfer üben hier eine Lotsenfunktion aus, indem sie aufzeigen, welche Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Hierzu zählen zum Beispiel der Hinweis auf die Traumaambulanzen, der Verweis an eine Anwältin oder einen Anwalt. Da häufig die Hemmschwelle für die Opfer groß ist, bietet der WEISSE RING auch die Unterstützung bei Behördengängen zur Polizei, Gängen zu Anwälten oder auch zum Gericht an. Wichtig ist hier, dass ausschließlich der Betroffene entscheidet, welche Schritte eingeleitet werden. Die Mitarbeiter erläutern lediglich die verschiedenen Möglichkeiten und begleiten dann auf dem vom Betroffenen gewünschten Weg.

Auch das Ausfüllen von Formularen oder die Antragstellung für den Erhalt von Leistungen ist nicht immer einfach zu erledigen. Hier stehen die Mitarbeiter ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite. Manchmal reicht als Hilfe auch "nur" ein Gespräch.

Der Leiter der Außenstelle Mayen-Koblenz: Eberhard Brennholt

Foto: Eberhard Brennholt

 

Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine finanzielle Unterstützung zur Verringerung der Tatfolgekosten möglich. Diese Leistungen reichen von einem Anwaltsscheck für eine kostenlose Beratung durch einen Anwalt oder eine Anwältin über eine mögliche Soforthilfe bis zu einer Opferhilfe - Schadenersatz wird allerdings nicht geleistet.

So wurde im Jahr 2021 im Kreis Mayen-Koblenz insgesamt ein Betrag von gut 16.000 Euro gezahlt. 46 Beratungsschecks für eine anwaltliche Erstberatung wurden ausgestellt.

Durch menschliche und finanzielle Unterstützung konnten im Außenstellenbereich im Jahr 2021 insgesamt 83 Opfern geholfen werden. Die Straftaten reichten von Betrug, Brandstiftung bis hin zu Stalking, Körperverletzung und Tötungsdelikten.

Auffällig ist, dass die gemeldeten Fälle häuslicher Gewalt trotz der Situation durch Corona-Pandemie in den letzten Jahren im Kreis Mayen-Koblenz nicht zugenommen haben. Der Leiter der Außenstelle, Eberhard Brennholt, vermutet jedoch, dass die Dunkelziffer, also die Zahl der Fälle, die nicht gemeldet wurden, erheblich höher sein dürfte.

Erstmalig sind im vergangenen Jahr auch zwei Fälle gemeldet worden, bei denen Männer Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Wie in den vorangegangenen Jahren betrifft der größte Teil der gemeldeten Fälle Sexualdelikte. Sie betreffen Fälle der sexuellen Belästigung bis hin zu Kindesmissbrauch und Vergewaltigung.

Da Gespräche mit Betroffenen von Straftaten auch für die Opferhelfer nicht immer einfach und teilweise belastend sein können, legt Eberhard Brennholt großen Wert auf Teamarbeit. Die Mitarbeiter der Außenstelle verstehen sich als freundschaftliche Gruppe, pflegen guten Kontakt untereinander und treffen sich einmal monatlich zu einer Mitarbeiterbesprechung.

Selbstverständlich ist, dass alle Ehrenamtlichen auf Seminaren ausgebildet und vorbereitet werden.

Wer Kontakt zum WEISSEN RING aufnehmen möchte sei es als Betroffener oder als Interessent/Interessentin für eine ehrenamtliche Mitarbeit, kann die Mitarbeiter/innen auf folgenden Wegen erreichen:

 

Quelle: Wochenspiegel, Woche 4 (26.01.2022), Pressetext

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